Unsere größte Errungenschaft

Der Humpenball

Ein Fest unter Freunden

Tradition seit 30 Jahren!

Aus einer Schnapsidee an der Theke wurde eines der heute größten und ältesten JGV-Feste Ostbelgiens. Mit durchschnittlich 2000 Besuchern während zwei Tagen und knapp 35 befreundeten Vereinen ist das Zeltfest ein fester Bestandteil des regionalen Veranstaltungskalenders und zweifelsohne die größte Errungenschaft unserer Vereinsgeschichte.

Geschichte

Ein echtes Schnäppchen!

Die Idee entstand rein zufällig, als der damalige Schriftführer Gerd Hennen auf der Arbeit ein  Angebot preisgünstiger Porzellan-Humpen aus der damaligen CSSR erhielt. “Hochwertiges Porzellan mit Handmalerei zu einem Preis von nur einem Dollar das Stück!“.  Da griffen die pfiffigen Junggesellen natürlich zu, planten ein ausgiebiges Biergelage, wie man es sonst nur aus dem Fernsehen von bayrischen Oktoberfesten her kannte und waren umso enttäuschter, als das Geschäft mit den CSSR-Geschäftsleuten in der Hochzeit des „Kalten Krieges“ plötzlich platzte. Nun war guter Rat teuer, wollte man sich doch bei den rund 20 geladenen Junggesellenvereinen nicht blamieren. Kurzum konnte mit der Firma Gentges in Malmedy ein neuer Bierseidelhersteller gefunden werden, der auch fristgerecht liefern konnte. Zwar war der Krug nicht aus Porzellan sondern aus Glas, doch dem Erfolg tat dies keinen Abbruch.

Das Fest wurde zu einem tollen Erfolg und die Bierseidel mit dem seither typischen jährlich in einem anderen Motiv posierenden Vereinslöwen fanden reißenden Absatz. Fortan wurde der „Humpenball” zum festen Bestandteil des JGV Veranstaltungskalenders.

Der Humpenball im Lauf der Zeit

Auch versuchte der Junggesellenverein stets für Programmhöhepunkte an den Humpenbällen zu sorgen: so gastierten bekannte Top-Gruppen wie die „Strandjungs”, „AB Joe”, „MayQUEEN”, „Frank Gallingale“, „Wallstreet”, „Atlantis” und “No Limit” in Oudler und bescherten den Zuschauern unvergessene Stunden voller Kurzweil und Vergnügen.

1992 feierte man in einem riesigen Doppelzelt den 10. Geburtstag des Löwen. An diesem Datum wurde auch die Vereinsfahne erstmals offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt und von Pfarrer Dr. Hermann-Joseph Schumacher eingeweiht. Als erster Fahnenträger wurde Roger Kirsch auserkoren.

Während die Humpentradition bestehen blieb, veränderten sich Form und Gestalt der Veranstaltung im Verlauf der Jahre. Die einst eintägige Veranstaltung auf den Freitag erweitert. In den 2010er Jahren ging man mit dem Zeitgeist dazu über, auf DJs statt Bands zu setzen. In diesem Zuge verschwanden – wie auf fast allen JGV-Festen der Region – auch der Charakter der Sitzveranstaltung: die Bänke mussten fortan Stehtischen weichen.

Rückkehr der Livemusik

Erst 2018 versuchte man – schon fast als Pionier in der ostbelgischen JGV-Szene – wieder Livebands zu etablieren und fand mit der Band Kontrollverlust aus dem Raum Köln erstklassige Musiker, die zwei Jahre in Folge als ‚Quasi-Hausband‘ engagiert wurden.

Die Band Kontrollverlust beim Humpenball 2019
Begehrte Sammlerstücke

Die Humpentradition

Die Humpen – regulär aus Glas, bei Jubiläen oder besonderen Anlässe auch aus Steinzeug – sind Namensgeber und Kernstück unserer Veranstaltung. Auf ihm befindet sich unser Maskottchen, der Löwe mit Krone, Windel und Rassel, der jedes Jahr anders abgebildet ist – oft auch in Relation zu besonderen und aktuellen Ereignissen. Auf der linken Seite findet ihr alle Motive aus der Vereinsgeschichte.

Anekdoten

2006: Paul Panzer beim Humpenball

2006 mischte sich zu später Stunde eine echte Berühmtheit unter die Gäste. Paul Panzer hatte am Samstagabend eine Show in Colmar-Berg in Luxemburg und konnte es sich nicht nehmen lassen, anschließend noch einen Abstecher über die belgische Grenze zum Humpenball in Oudler zu machen.

„Beim Autogrammeschreiben erzählten mir viele Leute, dass sie nun noch zum Humpenball fahren würden. Meine Techniker und ich haben uns spontan darauf eingelassen“, erzählte er dem GrenzEcho im Interview.

Der Abend wurde dann allerdings länger als geplant – und auch der darauffolgende Morgen sicherlich ‚härter‘ als gedacht, denn:

„Normalerweise trinke ich nie, bekam dort aber von allen Seiten ein Glas in die Hand gedrückt und wollte nicht unhöflich sein. Zum Schluss hatte ich einen im Tee. Aber es war schön, einmal Zeit für die Fans zu haben.“

GrenzEcho vom 25. April 2006

2011: Maiennacht im Humpenzelt

Der Kgl. Musikverein Oudler steuert die musikalische Begleitung zum Gesang der 1500 Gäste bei.

Auch der Humpenball 2011 ging sicherlich als ein besonderes Highlight in die Vereinsgeschichte ein, fiel unsere Veranstaltung doch genau auf die Maiennacht und sorgte so für Kopfzerbrechen beim Planungsteam und sogar schriftliche Kritik im Vorfeld. Verdrängung von Traditionen und Zerstörung von Kultur wurde uns in einem Leserbrief im GrenzEcho vorgeworfen. Dennoch entschied sich das Planungsteam, die Veranstaltung wie geplant durchzuführen.

„Wir sind mit Sicherheit die letzten, die gegen diese Tradition arbeiten. Vielmehr beabsichtigten wir mit unserem Fest einen harmonischen Einstieg in die Maiennacht“, erklärte der frischgebackene Präsident Christian Bantz.

Tatsächlich wurde das Fest mit knapp 2500 Besuchern zu einem vollen Erfolg. Viele Junggesellen nutzten den Humpenball als »Warm-Up« und zogen nach Mitternacht in gemeinschaftlich gecharterten Kleinbussen zum Maiennachtsingen. 

„Wir feiern jetzt erst einmal hier auf dem Humpenball und stellen im Anschluss unserer holden Weiblichkeit das Bäumchen auf. Die Nacht wird ohnehin zum Tag gemacht!“

Und auch im Festzelt blieb die Tradition nicht außen vor, stimmten doch pünktlich um Mitternacht 2500 Gäste grölend das Lied der Maiennacht an, dass es noch bis in die Nachbardörfer hallte, begleitet vom Musikverein Oudler, der kurzerhand im Festzelt Station gemacht hatte. Damit ist der Humpenball 2011 ebenfalls einer, der in die Vereinsgeschichte eingehen wird, zumal unser Fest erst 2095 wieder mit der Maiennacht zusammenfallen wird.